Christiane Bruns fand schon immer, dass Marburg zu weit weg ist. Daher studierte sie von 1995 bis 1999 an der Fachhochschule Potsdam am Fachbereich, der damals noch ABD (Archiv – Bibliothek – Dokumentation) hieß. Die historischen Wissenschaften haben es ihr angetan, aber sie konnte sich nicht vorstellen Geschichte mit dem Lehramt oder als Magistra Artium abzuschließen. Das Studium hier schien ihr überschaubarer und in Kombination mit dem selbstgewählten Nebenfach Bibliotheksmanagement auch sofort nach dem Abschluss anwendbar, was sich bewahrheitet hat. Im Anschluss ging sie als frischgebackene Diplom-Archivarin (FH) zum Schweizerischen Bundesarchiv nach Bern.

Nichtsdestotrotz wollte sie noch mehr von der Welt sehen und machte sich 2001 auf nach Australien und 2002 in die Türkei, um jeweils Land und Leute kennenzulernen und ihre Fremdsprachenkenntnisse aufzubessern. 2003 kehrte sie für kurze Zeit an das Schweizerische Bundesarchiv zurück um dann einen dauerhaften Arbeitsplatz beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatsicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) in Berlin zu finden. Dort ist sie für die Erschließung der Tonträger zuständig. Eine nicht immer ganz einfache Aufgabe, geht es doch inhaltlich um Vernehmungen, Telefon- und Raumüberwachungen oder um Kriegsverbrecher- und Spionageprozesse.  Dort führt sie auch regelmäßig interessierte Besucher durch das Archiv in Berlin-Lichtenberg.

Seit 2007 ist sie Fachausbilderin beim BStU. Hier ist sie für die Koordinierung und Realisierung der Ausbildung der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienst (FaMI) zuständig.

Die Ausbildung der FAMI und die Vernetzung der FaMI in der Archivwelt liegen ihr sehr am Herzen. Deswegen engagiert sie sich auch im Verein deutscher Archivarinnen und Archivare im Arbeitskreis Berufsbild und ist Leiterin des Unterarbeitskreises  FaMI / Fachwirt. Kurz vor Weihnachten war sie mit einigen Auszubildenden aus dem 3. Ausbildungsjahr bei uns. Sie wollen nach bestandener Ausbildungsprüfung eventuell an der FHP studieren und informierten sich über die Modalitäten.

Sie ist immer noch überzeugt, dass sie sich für den richtigen Weg, das richtige Studium und den richtigen Studienort entschieden hat. Wenn Sie im Sommer 2017 für sechs Wochen im State Archive of Alaska in Juneau arbeitet, weiß sie, dass sie dort nicht wäre, wenn sie nicht die ersten Archiv-Schritte in Potsdam gemacht hätte.

blog_161220_cb_02